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Indien - Kampf gegen die Flut

Das Logo der Hilfsorganisation WelthungerhilfeProjektpartner: Welthungerhilfe e.V. Das Logo des deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen.

Projektstandort: Sundarbans (Region im Osten von Indien – an der Grenze zu Bangladesch)

Projektstart: Mai 2009 (nach dem Zyklon „Aila“)

Wen kann ich unterstützen? Die immer wieder von Naturkatastrophen heimgesuchte Bevölkerung im indischen Teil der Sundarbans. Dieses ca. 6000 km² große artenreiche Ökosystem liegt im tiefgelegenen Mündungs- und Überschwemmungsgebiet der Flüsse Ganges, Brahmaputra und Meghna, ist weit verzweigt und schwer zugänglich.

Überblick über die Leistungen der Welthungerhilfe in den Sundarbans:

  • Nothilfe nach Überschwemmungen und Wirbelstürmen
  • Schutz der Anbauflächen vor den Naturgewalten
  • Stärkung der Selbsthilfekräfte der einheimischen Bevölkerung
  • Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes (Impfkampagnen, Bau von Abwassersystemen)

 

Das Projektgebiet der Welthungerhilfe in Indien Das Projektgebiet der Welthungerhilfe in der indischen Küstenregion Sundarbans
Indien liegt in Südasien und ist der zweitbevölkerungsreichste Staat der Erde. Der indische Teil der Sundarbans liegt südlich der Millionenmetropole Kalkutta.

Die Sundarbans zählen zu den ärmsten Regionen Indiens. Dies resultiert nicht zuletzt daraus, dass die Anbauflächen des Gebietes nur leicht über dem Meeresspiegel liegen. Dadurch sind die Ernten regelmäßig von Wirbelstürmen, saisonalen Überflutungen und damit einhergehender Versalzung bedroht. Zuletzt sorgte im Juni 2009 der Zyklon „Aila“ für verheerende Zerstörungen und forderte zahlreiche Menschenleben.

Wohin fließt mein Geld?

Etwa 100 Inseln eines einzigartigen Mangrovenbiotops im Golf von Bengalen, südlich von Kalkutta, gehören zum indischen Teil der Sundarbans. Ungefähr 60 dieser entlegenen Eilande im unwegsamen, verästelten Mündungsdelta des Ganges sind bewohnt und zählen zu den ärmsten Regionen des Landes. Ackerland ist knapp, und außer der Fischerei gibt es neben der Landwirtschaft kaum weitere Einkommensmöglichkeiten.

Dazu kommen wiederkehrende Überflutungen, von denen auch die Anbauflächen der Sundarbans betroffen sind, die nur knapp über dem Meeresspiegel liegen. Wirbelstürme - wie im Mai und Juni 2009 der Zyklon „Aila“ - hinterlassen die Region im Chaos. Bäume und Lehmhäuser werden hinweggefegt, Deiche zerstört, Ernten vernichtet. Flutwellen setzen hunderte Dörfer unter Wasser und machen hunderttausende Menschen obdachlos.

 

Die Überschwemmungen in den Sundarbans haben verheerende Auswirkungen

Während des Sturms brach der Deich. Überflutete Felder blieben zurück, verdorben vom Meersalz. © Boethling/ Welthungerhilfe

Da die Welthungerhilfe schon lange in der Region tätig ist, konnte sie gemeinsam mit der bewährten indischen Partnerorganisation Sri Ramkrishna Ashram Nimpith (SRAN) in der Region rasch Hilfe leisten. Mit Booten wurden lebenswichtige Nahrungsmittel, Trinkwasser und Material für Notunterkünfte zu den Inseln gebracht. Mehr als 10.000 Menschen wurden mit Mahlzeiten aus behelfsmäßig eingerichteten Küchen versorgt, um die erste Not zu überstehen. Im nächsten Schritt wurden Brunnen gesäubert, Häuser repariert und Kochutensilien verteilt. Nun müssen Felder gereinigt und vor allem Deiche instand gesetzt und neu gebaut werden.

Naturkatastrophen dieser Art treffen die Region immer wieder, dabei ist das Leben der Kleinbauern, Landlosen und Fischerfamilien, die hier ansässig sind, ohnehin schon hart genug. Etwa 83% der Inselbevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Entsprechend kritisch ist der allgemeine Ernährungs- und Gesundheitszustand. Daher stärkt die Welthungerhilfe zusammen mit SRAN die Selbsthilfekräfte der einheimischen Bevölkerung mit Maßnahmen der landwirtschaftlichen Entwicklung, Ernährungssicherung und Gesundheitsvorsorge. Ob in Frauengruppen, Dorfvereinen, bei der Verwaltung von Kreditfonds oder in Jugendclubs – gemeinsam lassen sich hier Wege aus der Armut finden.

 

Mit Unterstützung der Welthungerhilfe wurden Deiche errichtet
Frauen bepflanzen einen neuen Deich© Welthungerhilfe

Um sich gesünder ernähren zu können, ist es für die Inselbewohner wichtig, die landwirtschaftlichen Anbauflächen gut nutzen zu können. Sie haben daher gelernt, ihre Landparzellen um etwa einen halben Meter aufzuschütten, damit das Land auch während des Monsuns nicht ständig überflutet wird. Die erhöhten Felder ermöglichen mehrere Ernten im Jahr, vor allem von Reis und Gemüse. Durch die Entnahme des Erdreiches entstehen an anderer Stelle größere Mulden, in denen sich Wasser sammelt. Diese Teiche ermöglichen in trockenen Monaten die Bewässerung der Gemüsefelder und dienen zur Fisch- und Garnelenzucht – ein wertvoller Beitrag für einen abwechslungsreichen und nahrhaften Speiseplan. Zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes der Inselbewohner trägt auch der Bau von Trinkwasserbrunnen, Abwassersystemen und Latrinen bei. Vor allem Krankheiten durch verschmutztes Wasser gehen dadurch zurück. Damit die Hilfe zur Selbsthilfe nachhaltig wirkt, lernen Frauen und Männer in einfachen Ausbildungskursen Grundlagen in Garten- und Gemüsebau, Hühnerhaltung, Ziegenaufzucht und Teichwirtschaft.

Frauen leiden besonders unter den kargen Lebensbedingungen. Traditionell erhalten sie den geringsten Teil der Familienmahlzeit, obwohl sie auch während einer Schwangerschaft schwer arbeiten müssen. Aufgrund von Unterernährung ist chronische Anämie weit verbreitet, daher kommen überdurchschnittlich viele Babys untergewichtig oder krank zur Welt. Die medizinische Betreuung von Frauen während und nach einer Schwangerschaft, Ernährungsberatung durch dörfliche Gesundheitshelferinnen sowie Impfkampagnen für Neugeborene und Kleinkinder sind daher wichtige Bestandteile dieser Entwicklungsmaßnahmen. Sehen sie hier auch einen Filmbeitrag der Welthungerhilfe zur Situation und Arbeit in Indien.

Was kann mit meinem Geld in den Sundarbans bewegt werden?

In den Sundarbans gilt es, neben der Beseitigung der Schäden der letztjährigen Wirbelstürme, auch für eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der Bewohner dieser Region zu sorgen. Die von den Naturgewalten geplagte Bevölkerung braucht Hilfe zur Selbsthilfe, um Unterernährung wirkungsvoll bekämpfen zu können. Unterstützen Sie die Bewohner der Sundarbans, die auch in Zukunft von weiteren Überflutungen bedroht sind! Für 24 Euro erhalten zwei Familien Saat- und Pflanzgut für ihre Hausgärten. 57 Euro verhelfen einer Familie zum Beginn einer Ziegenzucht mit 5 Ziegen.

Weitere Informationen zu diesem Projekt und Möglichkeiten der Unterstützung erhalten Sie auf der Website der Welthungerhilfe.

 

 
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